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06.06.2012

„Gelebte Vielfalt“ im Südwesten

Integrationsstudie zieht positive Bilanz

Eine Integrationsstudie in Baden-Württemberg zeigt, dass die guten Erfahrungen mit Zuwanderung überwiegen. Dennoch gibt es Handlungsbedarf. Zuwander_innen wie Einheimische und die Politik sind gefragt, sich für ein noch besseres Miteinander einzusetzen.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist am integriertesten im ganzen Ländle?
Endlich einmal eine Studie, die die Perspektive wechselt: Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney stellte am vergangenen Montag Ergebnisse einer neuen Bevölkerungsumfrage zum Thema Einwanderung vor. Zwar wurde nicht gefragt, wie integriert eigentlich die „Deutschen“ oder genauer die „Schwaben“ sind. Dennoch wurde erstmals die Sicht der Aufnahmegesellschaft untersucht, um etwas über „Integration“ auszusagen.

Wie die Studie zeigt, mit einem überraschenden Ergebnis: „Die Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger stellen dem Miteinander von Einheimischen und Zuwanderern ein gutes Zeugnis aus. Allerdings haben sie hohe Erwartungen an die Zuwanderer und an sich selbst. Sie verschließen auch nicht die Augen vor Diskriminierung von Zuwanderern“, fasst Öney die zentralen Befunde zusammen.

Gute Erfahrungen mit Zuwanderung
Gut die Hälfte der Befragten sagt, dass sie überwiegend gute oder sehr gute Erfahrungen mit Zugewanderten hat. Die Menschen in Baden-Württemberg haben auch ein hohes Bewusstsein für die Lebensumstände von Immigranten_innen: Knapp die Hälfte der Befragten sehen sie in vielen Lebensbereichen wie Arbeit, Wohnen und Bildung benachteiligt. Für wiederum die Mehrheit sind es jedoch die Menschen mit Migrationshintergrund selbst, die für eine gelingende Integration verantwortlich sind. Lediglich 19 Prozent sieht diese Aufgabe beim Staat und nur 8 Prozent bei den Einheimischen.

Vom Wort zur Tat
Die Schwaben sehen aber auch diese Tatsache: Der Beitrag von Einheimischen zur Integration muss sich verbessern. Über 90 Prozent stimmte zu, dass man Zuwanderer_innen bei konkreten Problemen oder Behördengängen helfen muss. Im Alltag setzt das jedoch nur etwa ein Drittel der Befragten um. Die Baden-Württemberger_innen leben auch lieber mit einer Vielfalt von Kulturen und Lebensweisen als in einer Einheitskultur. Sie wünschen sich zudem mehr Integrationsmaßnahmen von der Politik, allen voran eine bessere Sprachförderung. Mit dieser Aufforderung sollte Öney zurecht kommen – und macht es ihren Bürger_innen hoffentlich vor: Vom Wort zur Tat schreiten!

Die komplette Studie gibt´s hier.