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  • Mann mit Farbe im Gesicht: I say NO to RACISM
05.06.2012

Hamburg bezieht Position

Tausende Menschen protestierten am Samstag gegen Naziaufmarsch

Am vergangenen Samstag gingen rund 20.000 Menschen in Hamburg auf die Straße, um gegen die Kundgebung der Neonazis zu demonstrieren. Die Polizei muss ihr hartes Vorgehen rechtfertigen.

Hamburg hat am Wochenende mit aller Deutlichkeit gezeigt: Rechte Ideologien sind in der Hansestadt nicht willkommen. Tausende Menschen kamen am vergangenen Samstag zusammen, um gegen eine Kundgebung von Neonazis zum „Tag der Deutschen Zukunft" (TDDZ) zu demonstriert und den geplanten Aufmarsch durch Wandsbek zu blockieren. Hinter den Gegedemonstrationen stand ein breites Bündnis aus antirassistischen Initiativen, Gewerkschaften, Kirchen, Vereinen und Einzelpersonen. Rund 10.000 Menschen nahmen am Rathausmarkt in der Hamburger Innenstadt unter dem Motto „Hamburg bekennt Farbe“ an der zentralen Gegenkundgebung teil.

Massenblockaden in Wandsbek
Im Stadtteil Wandsbek kamen rund 6.000 Menschen zusammen, um den geplanten Marsch von etwa 500 Neonazis zu blockieren. Olaf Harms, Sprecher des Hamburger Bündnis gegen rechts (HBgr), fasste den Tag zsuammen: „Tausende Menschen sind heute aktiv gegen den Nazi-Aufmarsch gewesen, haben Signale und Zeichen gesetzt. Die erfolgreichen Blockaden des HBgr führten zu einer erheblichen Verkürzung des Nazi-Aufmarsches, während auf dem Rathausmarkt Farbe bekannt wurde.“

Schwere Vorwürfe gegen Polizeieinsatz
Während die Großdemo in der Innenstadt friedlich verlief, kam es in Wandsbek zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Gegendemonstranten_innen. Unter dem Einsatz von Pfefferspray, Wasserwerfer und Reiterstaffel versuchte die Polizei die Sitzblockaden immer wieder gewaltsam aufzulösen. Zudem kesselte sie rund 600 Gegendemonstranten_innen für mehrere Stunden ein und hielt sie fest. Auch die Entscheidung der Polizei den Neonazis eine Alternativroute anzubieten, stieß auf Unverständnis. Anstatt die Kundgebung aufzulösen, gewährte sie den Rechten ihren Schutz bis zum Marschende. Die Opposition aus Grüne, Linke und CDU fordert nun, das harte Vorgehen der Polizei parlamentarisch aufzuarbeiten.