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24.04.2012

Diskriminierung an Hochschulen

Studie zur Situation internationaler Studierender

Wie eine Studie jüngst belegte, fühlen sich internationale Student_innen mit Vorurteilen konfrontiert und schlecht betreut.

Obwohl sie durch ihre hohe Qualifikation beste Voraussetzung als ZuwandererInnen erfüllen, haben internationale Studierende mit Problemen zu kämpfen. Das fand der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration in seiner Studie heraus. Untersucht wurden die Bleibeabsichten internationaler Studierender aus Drittstaaten in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Schweden und Großbritannien. Anhand eines Online-Fragebogens fanden in den fünf untersuchten Ländern Befragungen von mehr als 6.200 Studierenden an 25 Universitäten statt.

Vor allem Diskriminierung ist in Deutschland immer noch ein großes Problem. Knapp 40 Prozent der Befragten gaben an, sie seien mit Vorurteilen und Diskriminierung aufgrund ihrer Herkunft konfrontiert worden. Nur Frankreich schnitt bei der Problematik ähnlich schlecht ab.

Das ist allerdings nicht alles. Sie haben sprachliche Hürden zu überwinden, ihnen fehlen die beruflichen Netzwerke, um nebenher oder im Anschluss an das Studium auch Arbeit zu finden und sie kennen die Gepflogenheiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt kaum. Da sie als temporäre Zuwanderergruppe betrachtet werden, können sie außerdem die meisten Integrationsangebote nicht in Anspruch nehmen.

Daher sind wohl auch die Verbleiberaten internationaler Studierender so gering: Drei Viertel verlassen das Land nach Studienabschluss. Dabei könnten sich laut der Studie fast zwei Drittel vorstellen, nach dem Abschluss des Studiums eine Arbeit in Deutschland aufzunehmen, wenn es leichter wäre, eine Aufenthalts- und/oder Arbeitserlaubnis zu erhalten.

Das Informationsangebot muss also unbedingt verbessert werden. Internationale Studierende müssen besser unterstützt und betreut werden, so dass sie die gleichen Chancen wie ihre deutschen Kommiliton_innen haben.