Blog

  • Discokugel im Scheinwerferlicht
24.04.2012

Feiern für Alle!

Leipziger Praxis gegen eine rassistische Türpolitik in Clubs

In Leipzig wurden nach etlichen Beschwerden endlich Maßnahmen ergriffen, die den rassistischen Ausschluss von Partygänger_innen verhindern sollen.

Eigentlich sollen Türsteher_innen, die vor den Clubs stehen, dafür sorgen, dass keine Waffen oder Drogen mitgenommen werden können, die Räume nicht zu überfüllt sind oder die Altersbegrenzung eingehalten wird. Es ist jedoch keine Seltenheit, dass sie Menschen mit mutmaßlichem Migrationshintergrund den Einlass verwehren. Das ist nicht nur in Leipzig der Fall, aber nachdem dort im Februar insgesamt sieben Klagen von Betroffenen am Gericht eingereicht wurden, lenken die dortigen Clubbesitzer_innen endlich ein und handeln. Insgesamt elf Clubs verpflichteten sich gegenüber der Industrie- und Handelskammer Leipzig, ihre Mitarbeiter_innen zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz zu schulen. In diesem Rahmen wurden auch Informations-Aufkleber gedruckt, die über eine antirassistische Türpolitik informieren.

Anstoß für das Engagement gab das Antidiskriminierungsbüro Sachsen und der StudentInnenrat der Universität Leipzig. Sie haben im vergangenen Herbst einen Praxis-Test in elf Leipziger Clubs durchgeführt, von denen sechs durch ihre rassistische Türpolitik aufgefallen sind. Nach langem Hin und Her konnten sich Kläger_innen und Angeklagte auf die Selbstverpflichtungserklärung einigen.

Jeder Mensch – egal welche Hautfarbe, Nationalität, Herkunft, Lebensweise, sexuelle Orientierung, religiöse Zugehörigkeit oder welches Geschlecht er oder sie hat – sollte das Recht auf Feiern haben. Deshalb dürfen die Maßnahmen in Leipzig keine Ausnahme bleiben, sondern müssen von anderen Städten und Clubs, wo immer noch Menschen der Eintritt verwehrt wird, übernommen werden!

Mehr Infos über die Leipziger Initiative.