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  • Gedenksteine von Opfern des Nationalsozialismus
12.04.2012

Erinnern an die Befreiung von Buchenwald

Rechte Ideologien gestern wie heute

Die Befreiung des Konzentrationslagers in Buchenwald jährt sich zum 67. Mal. Am Sonntag, den 15. April, wird vor Ort mit Gedenkveranstaltungen und geführten Rundgängen durch das KZ an die Schrecken des Nationalsozialismus erinnert. Der Tag gibt auch Anlass, sich weiter gegen rechte Einstellungen und rechte Gewalt zu engagieren.

 An diesem Sonntag, den 15. April, lädt die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora / Freundeskreis e.V. zum Gedenken an die Schrecken der NS-Diktatur und die erfolgreiche Selbstbefreiung der Häftlinge im Konzentrationslager Buchenwald ein. In Erinnerung an das Leid und den Kampf der Häftlinge für eine offene und friedliche Gesellschaft wird der Tag mit verschiedenen Gedenkveranstaltungen begangen. Rundgänge durch das KZ aus der Perspektive der Häftlinge machen das Leid der Opfer erfahrbar. Vor 67 Jahren, am 11. April 1945, befreiten sich die Überlebenden mit Hilfe der US-amerikanischen Armee. Rund 21.000 Menschen bekamen ihre Freiheit zurück.

Die Schrecken der Konzentrationslager
Im Juli 1937 errichtet die SS auf dem Ettersberg bei Weimar das Konzentrationslager Buchenwald mit 136 Außenlagern. Mit insgesamt mehr als 250.000 Inhaftierten und geschätzten 56.000 Todesopfern wurde das Arbeits- und Konzentrationslager während seines achtjährigen Bestehens zum Inbegriff der Nazi-Schrecken. Das Gedenken in Buchenwald reiht sich in die Jährung vieler weiterer KZ-Befreiungen im April ein. Darunter ist auch die Übergabe des KZ Bergen-Belsen an die britische Truppen am 15. April 1945. Heute trifft sich dort das Internationale Jugendworkcamp Bergen-Belsen, um sich mit der Vergangenheit und Zukunft des Ortes zu beschäftigen. Auch das KZ in Dachau wurde kurz darauf, am 29. April, befreit. Die Dokumentation des Monats veranschaulicht in einem Kurzportrait die Geschichte dieses Lagers.

Rechte Ideologien heute
Heute ist die Zeit des Nationalsozialismus vorbei. Allein bei dem Gedenken an die Vergangenheit darf es dennoch nicht bleiben. Die menschenverachtenden Ideen aus den Konzentrationslagern zeigen sich heute in neuen verbrecherischen Ausdrucksformen. Der organisierte Rechtsradikalismus wie jener der NPD oder des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ebenso wie ein Verfassungsschutz, der diesem nicht entschieden genug Einhalt gebietet, sind Realitäten, die erneut Handeln und Zivilcourage erfordern. Gegen Neofaschismus und dessen rassistische Gewalt.

Programm des Gedenktages in Buchenwald am 15. April 2012