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  • Grafik zum Refugee Protestmarsch von Würzburg nach Berlin
07.09.2012

8. September: Protestmarsch nach Berlin

Flüchtlinge demonstrieren gegen Asylrecht

Am 8. September starten Asylbewerber_innen einen Protestmarsch von Würzburg nach Berlin, um auf die unmenschlichen Lebensbedingungen und das miserable Asylrecht in Deutschland aufmerksam zu machen. Die ver.di Jugend unterstützt diese Aktion.

Seit dem 19. März 2012 demonstrieren Asylbewerber_innen in Würzburg 24 Stunden pro Tag gegen die diskriminierende deutsche Asylpolitik. Nach und nach haben sich auch in anderen bayerischen Städten sowie in Nordrhein-Westfalen und Berlin weitere Flüchtlinge dem Protest angeschlossen. Momentan gibt es in neun Städten bzw. vier Bundesländern Protestcamps.

Karawane nach Berlin
Diesen Samstag weiten die Flüchtlinge ihren selbstorganisierten Protest aus. Unter kollektiver Verletzung ihrer Residenzpflicht starten sie einen Protestmarsch von Würzburg nach Berlin. Der 600 Kilometer lange Fußmarsch beginnt mit einer Demonstration am morgigen 8. September um 14.00 Uhr am Würzburger Markplatz. Es wird zwei Wege geben: einen Fußmarsch und eine längere Bustour nach Berlin. Flüchtlinge aus den Lagern entlang der Wegstrecke werden sich der Karawane anschließen.

Die ver.di Jugend unterstützt diese Aktion. „Junge Flüchtlinge wachsen in Deutschland auf und werden auch auf Dauer hier bleiben. Die deutschen Asylrechtsbedingungen erschweren ihnen allerdings eine Ausbildungs- und Arbeitserlaubnis. Der Zugang zu Bildung und Arbeit ist jedoch essentiell für eine faire Beteiligung am gesellschaftlichen Leben“, begründet ver.di Bundesjugendsekretär Ringo Bischoff seine Unterstützung.

Asylrecht in Deutschland ändern!
Die Streikenden haben folgende Forderungen:

• Abschaffung der Residenzpflicht: Sie verbietet Flüchtlingen, ihren durch Behörden ausgesuchten Aufenthaltsort zu verlassen
• Abschaffung der Lagerpflicht: Flüchtlingen ist es nicht gestattet, ihren Aufenthaltsort selbst zu bestimmen
• Arbeits- und Studienerlaubnis für alle Asylbewerber_innen
• Anerkennung als politische Flüchtlinge
• Drastische Verkürzung der Bearbeitungsdauer von Asylanträgen
• Einführung des Anspruchs auf Rechtsbeistand und Dolmetscher_innen ab Beginn des Asylverfahrens
• Erlaubnis, bei Bedarf selbst einen bestimmten Arzt oder eine Ärztin auszuwählen
• Möglichkeit der Familienzusammenführung
• Abschaffung der Essenspakete: Flüchtlingen ist es untersagt, ihre Nahrung selbst auszuwählen

Um den Protestmarsch der Flüchtlinge zu finanzieren, startete die Spendenkampagne „500 x 20 Euro“.
Spenden sind steuerlich absetzbar, die zugehörige Kontoverbindung bei der GLS Gemeinschaftsbank eG lautet:

Förderverein Karawane e.V.
Verwendungszweck: Protest March Berlin
Kontonummer: 4030780800
Bankleitzahl: 43060967
IBAN: DE28430609674030780800
BIC: GENODEM1GLS

Informiert euch, wo sich die Streikenden auf ihrer Route aktuell befinden!
Unterstützt sie durch eure Teilnahme am Protestmarsch oder spendet Geld!

Unsere Solidarität gegen ihre Ausgrenzung!

Für weitere Infos besucht die Seiten Refugeetentaction (im Aufbau) und Strikeregensburg.

Oder schaut auf das Facebook-Event zum Protestmarsch.