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  • Denkmal gegen die Homosexuellen-Verfolgung
01.08.2012

Petition gegen gesetzliche Homophobie

Gerechtigkeit für alle Betroffenen

ver.di Jugend unterstützt die Petition zur Entschädigung aller nach § 175 StGB in Deutschland Verurteilten. Der Paragraph stellte bis 1994 sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe. Bis heute bleibt eine gesetzliche Anerkennung und Entschädigung der Oper des Gesetzes aus.

Vor 18 Jahren, am 11. Juni 1994, wurde endlich der Paragraph 175 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Ein Meilenstein in der Geschichte des Freiheitskampfes von Homosexuellen, denn bis zu diesem Tag standen sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe. Doch eine gesetzliche Anerkennung und Entschädigung der Oper des §175 StGB bleibt bis heute aus. Eine Petition des Rosa Archiv Leipzig an die deutsche Bundesregierung fordert erneut eine Rehabilitierung und Entschädigung der nach 1945 in Deutschland wegen § 175 StGB Verurteilten.

Gesetzliche Anerkennung und Entschädigung
Das Rosa Archiv Leipzig geht heute von 140.000 bis über 200.000 Urteilen aus, die seit der Einführung des Gesetzes im Jahre 1871 und bis zur endgültigen Abschaffung 1994 gesprochen wurden. Diverse Versuche der letzten zwanzig Jahre von verschiedenen Personen und Parteien die Rehabilitierung und Entschädigung voranzutreiben, blieben letztlich ohne Ergebnis. Ein entsprechendes Gesetz würde das Leid, das deutsche Gerichte homosexuellen Männern angetan haben zwar nicht mindern.
Mit einer symbolische Anerkennung würde die deutsche Regierung jedoch zeigen, dass sie Demokratie, Rechtssprechung und Menschenlichkeit über Dikatur, Unrecht und Menschenverachtung stellt. Alle Urteile, die von 1871 bis 1994 gesprochen wurden, sind bis heute rechtskräftig und eine Amnestie ist aus humanitärer und freiheitlich demokratischer Sicht unbedingt anzustreben.

Eure Unterschrift!
ver.di Jugend ruft auf, die Petition mit einer Unterschrift zu unterstützten. Helft mit, dass solche Paragraphen wie der 175er nie wieder in deutsche Gesetzbücher Einzug halten werden.

Gleichberechtigung heute
Auch heute noch erfahren Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität Missachtung und körperliche Schaden. Die Diskriminierung ist oft subtil, ein missachtender Blick oder ein Witz über Schwule. Solche Erfahrungen gehören leider immer noch zum Alltag von vielen Homosexuellen oder Transgender – egal ob in der Schule, Ausbildung, am Arbeitsplatz oder auf der Straße. Auch vor dem Gesetz ist die Gleichberechtigung noch nicht voll durchgesetzt.Der Antidiskrminierungsschutz ist lückenhaft und eine volle Gleichstellung von homosexuellen Lebenspartnerschaft mit der Ehe bleibt bis heute aus.

Zur Petition

Mehr Infos findet ihr bei ver.di queer