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  • Frauenkampftag 2014 - Demo am 08.03. in Berlin
07.03.2014

Still lovin‘ feminism!

Am 08. März ist wieder Internationaler Frauenkampftag

Auch in diesem Jahr erinnert der Weltfrauentag am 8. März an die vielen Kämpfe, die für mehr gesellschaftliche Gleichberechtigung von Frauen ausgefochten wurden. Und immer noch sind Wirtschaft und Gesellschaft nicht geschlechtsneutral. Ein breites Bündnis will Öffentlichkeit für die Anliegen und Forderungen von Frauen schaffen und ruft zu einer bundesweiten Demonstration am 8. März 2014 in Berlin auf.

Die Sorge und Fürsorge für Menschen gilt unverändert als klassische „Frauenarbeit“ und wird im Job gering und Zuhause gar nicht entlohnt. Insgesamt sind Frauen auch heute noch deutlich häufiger von niedrigeren Gehältern, prekären Beschäftigungsverhältnissen oder sexualisierter Gewalt betroffen.

Bündnis „Frauen*kampftag 2014“
Aber auch der Widerstand gegen die anhaltende Unterdrückung von Frauen ist ungebrochen. Hinter dem „Frauen*kampftag 2014“ steht ein Zusammenschluss zahlreicher Bündnispartner_innen, der zum diesjährigen Weltfrauentag ein Zeichen setzen wird: Es geht um den Kampf gegen den konkreten gesellschaftspolitischen und rechtlichen Rahmen, der Frauen nach wie vor einschränkt, benachteiligt, diskriminiert. Und es geht darum, diesen Rahmen anzugreifen und zu skandalisieren.

Im Mobilisierungsaufruf des Bündnisses heißt es dazu: „Der Internationale Frauen*kampftag steht für den Kampf für rechtliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung, ein selbstbestimmtes Leben, für das Recht auf körperliche Unversehrtheit, sowie sexuelle Selbstbestimmung. Beim ersten Internationalen Frauentag 1911 wurden Forderungen nach sozialer und politischer Gleichberechtigung auf die Straße getragen. Auch über hundert Jahre später sind viele Forderungen immer noch aktuell. Wir stellen uns in eine Reihe mit den feministischen Initiativen und Bewegungen und wollen versuchen eine gemeinsame neue feministische Offensive zu organisieren!“
(Quelle: www.frauenkampftag2014.de)

Vom ersten Frauentag bis heute – eine Reise durch die Zeit
Erstmals zum 19. März 1911 riefen in Deutschland die freien Gewerkschaften zusammen mit der SPD zur Beteiligung am internationalen Frauentag auf. Die Idee dazu kam aus den USA. Dort wurde bereits 1908 ein nationales Frauenkomitee gegründet, das ein Jahr später den ersten nationalen Kampftag für das Frauenstimmrecht organisierte.

Dieser Kampftag wurde vor allem deshalb ein Erfolg, weil sich auch Frauen aus dem bürgerlichen Lager den Sozialistinnen anschlossen und sich vehement für ihr Wahlrecht einsetzten. Schon im Jahr 1910 demonstrierten Frauenverbände in ganz Nordamerika für ihre Rechte.

Die deutsche Sozialistin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin initiierte den Weltfrauentag im August 1910 auf der internationalen sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen. Bereits ein halbes Jahr später erhoben sich dann erstmals tausende von Frauen auch in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Dänemark und den USA. Über eine Million Frauen gingen für mehr Gleichberechtigung auf die Straße – eine bis dahin beispiellose Massenbewegung. Schon ein Jahr später schlossen sich Frauen in Frankreich, den Niederlanden und Schweden an – und 1913 auch in Russland.

Auf der großen sozialistischen Frauenkonferenz 1921 wurde der Frauentag auf den 8. März verschoben, in Gedenken an den Textilarbeiterinnen-Streik von Petersburg im Jahr 1917. Höhepunkt dieses Streiks war jene Demonstration am 8. März, die den Beginn der Februarrevolution in Russland markierte.

Während des 2. Weltkriegs verboten und bis weit in die 60er Jahre eher im Hintergrund, erlebte der Internationale Frauentag nach der deutschen Wiedervereinigung ein echtes Comeback. In der Bundesrepublik demonstrierten zum „FrauenStreikTag“ 1994 über eine Million Frauen für Gleichberechtigung.

Seitdem organisieren Gewerkschafterinnen, Autonomen- und Frauenverbände jährlich Demonstrationen, Veranstaltungen und Feiern.

Die zentralen Forderungen
Besonders das Frauenwahlrecht – erstritten im Jahr 1918 – stand in den ersten Jahren im Mittelpunkt der Forderungen. Die Frauen verlangten aber nicht nur ein Wahl- und Stimmrecht, sondern auch die Einführung des Acht-Stunden-Arbeitstages, ausreichenden Mutter- und Kinderschutz, die Festsetzung von Mindestlöhnen und gleichen Lohn bei gleicher Arbeitsleistung.

Während des Ersten Weltkriegs bekam der Frauentag zusätzlich eine pazifistische Komponente: In dieser Zeit war er gleichzeitig auch ein Aktionstag gegen den Krieg.

Mit den ersten Erfolgen – aber auch mit Beginn der Wirtschaftskrise – verschoben sich die Bedürfnisse und damit auch die inhaltlichen Forderungen der Frauen: Sie stritten nun u. a. für die Senkung von Lebensmittelpreisen, für Lohngleichheit und für den legalen Schwangerschaftsabbruch.

Neben den ursprünglichen Themen wie Lohngleichheit und Quotenregelung stehen mittlerweile vor allem Migrantinnenrechte, nichtheterosexuelle Lebensweisen und sexualisierte Gewalt im Vordergrund.

Die ver.di Jugend steht für:

  • die Gleichbehandlung aller Arbeitsverhältnisse und deren Einbezug in die Sozialversicherung
  • die Einführung existenzsichernder gesetzlicher Mindestlöhne sowie eines Entgeltgleichheitsgesetzes, um die Lohnlücke von 22 Prozent zu Ungunsten von Frauen zu schließen
  • mehr Frauen in Führungspositionen und eine gesetzliche Quotenregelung von 40 % für Aufsichtsräte und Vorstände
  • das Recht auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten Lebensjahr
  • den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen statt Betreuungsgeld
  • gesetzliche Regelungen zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft.

"Wir wollen bessere Rahmenbedingungen für eine eigenständige Existenzsicherung von Frauen über alle Lebensphasen hinweg – und ihre gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt", fasst Jan Duscheck, ver.di Bundesjugendsekretär, die Forderungen der Gewerkschaft zusammen.

Deshalb: Raus auf die Straße zum Weltfrauentag! Die bundesweite Demo zum Frauen*kampftag 2014 beginnt am Samstag, den 08. März 2014, um 13 Uhr am Berliner Gesundbrunnen. Beteiligt euch und setzt mit uns zusammen ein Zeichen!

Gemeinsam stark – Gesicht zeigen mit eurer ver.di Jugend.

Mehr Infos auf www.frauenkampftag2014.de – still lovin‘ feminism!