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  • Jemand zeigt mit dem Finger auf eine junge Frau
13.03.2015

Quatsch mich nicht von der Seite an!

Diskriminierung in Schule und Beruf

Laut eines Berichts der Antidiskriminierungsstelle (ADS) des Bundes fühlen sich im deutschen Bildungssystem rund ein Viertel der Lernenden und Studierenden mit Migrationshintergrund diskriminiert. Gleichermaßen benachteiligt fühlen sich Behinderte, Lesben und Schwule – mit negativen Folgen für Bildungserfolg, Leistungsfähigkeit und Arbeitsmotivation der Betroffenen. Und auch im Arbeitsleben scheint Diskriminierung weit verbreitet. Die ver.di Jugend bietet auf ihrem Portal gegen Diskriminierung eine Menge coole und effektive Mittel gegen Diskriminierung an.

Dumme Sprüche zum ethnischen Hintergrund oder zur sexuellen Orientierung, Hänseleien über die Hautfarbe, Mobbing: für viele Menschen traurige Realität. Diskriminierung fängt bereits bei den Kleinen an und geht weit über fiese Bemerkungen hinaus.

Kinder werden wegen ihres Migrationshintergrundes bei der Einschulung oder beim Wechsel von der Grundschule auf weiterführende Schulen benachteiligt, behinderten Kindern wird die Aufnahme in einem integrativen Kindergarten oder einer inklusiven Schule verwehrt.

Und in der Schule? Geht das Drama weiter. Konkrete Zahlen zu Diskriminierung im Bildungs- und Berufsalltag hat jetzt die ADS in ihrem jüngsten Bericht offenbart:

  • 25 Prozent der befragten Schüler_innen oder Studierenden mit Migrationshintergrund berichteten, diskriminiert worden zu sein.
  • Sechs Prozent der befragten Behinderten gaben an, Benachteiligungen in Schule oder Hochschule erlebt zu haben.
  • Fast 75 Prozent der befragten lesbischen und homosexuellen jungen Menschen sowie Transsexuellen gaben an, vergleichsweise schlechter beurteilt zu werden. Fast 40 Prozent klagten über Mobbing durch Mitschüler_innen.
  • 66 Prozent aller Schwulen und Lesben gaben an, Belästigungen am Arbeitsplatz erfahren zu haben.

Deutschland könne es sich langfristig nicht leisten, "ganze Gruppen von Schülerinnen und Schülern am Bildungserfolg nicht chancengerecht teilhaben zu lassen", prognostiziert Christine Lüders, Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes. Sie fordert konkrete Unterstützung für die Betroffenen – beispielsweise unabhängige Beratungs- und Beschwerdestellen an Schulen und Hochschulen, wo Betroffene rasche und niederschwellige Hilfe bekommen.

Und was kann in der Arbeitswelt für ein solidarisch-weltoffenes Miteinander getan werden? Die ADS spricht sich dafür aus, die Vielfalt in der Belegschaft besser zu fördern – etwa durch innovative Rekrutierungsverfahren wie anonymisierte Bewerbungen. Außerdem bräuchten betriebliche Beschwerdestellen eine bessere Vernetzung und Ausstattung.

Projekttage gegen Diskriminierung
In den letzten Jahren gibt es zwar verstärkte Umdenkprozesse in Gesellschaft und Arbeitsleben, doch diese müssen weiterhin deutlich intensiviert werden.

Eine konkrete Aktion gegen Diskriminierung sind Projekttage, die ihr beispielsweise in eurem Betrieb, eurer Schule oder Berufsschule umsetzen könnt.

Die Projekttage beleuchten vor allem folgende Fragen:

  • Wie „funktioniert“ Diskriminierung?
  • Wie entstehen Vorurteile?
  • Wie kann man dagegen vorgehen?

Ebenso können Referentinnen und Referenten der ver.di Jugend zu JA-Versammlungen eingeladen werden und zum Thema sprechen.

Passende Angebote gibt es von der DGB Jugend vor Ort in Kooperation mit dem Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC) – einem Zusammenschluss junger Menschen, die sich ehrenamtlich für eine demokratische Kultur und gegen menschenverachtendes Denken engagieren.

Auf den Projekttagen diskutieren sie mit den Jugendlichen über Rassismus, Vorurteile und Diskriminierung. Damit stärken sie die Zivilcourage der jungen Leute und ermutigen sie zu aktivem Handeln.

Die ver.di Jugend ruft zur regen Beteiligung auf! Nutzt solche Möglichkeiten und Aktionen, thematisiert Diskriminierung auch in eurem Betrieb oder eurer Schule – und unterstützt die Betroffenen damit!

Mehr tun gegen Diskriminierung
Das antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin fördert und vernetzt Initiativen gegen Rassismus, Antisemitismus und Neofaschismus.

In ganz Deutschland unterwegs ist die Berufsschultour der DGB-Jugend: Aktive junge Gewerkschafter_innen stärken Auszubildende, machen ihnen Mut zur Teilhabe und erweitern ihren Horizont.

In erster Linie sollten die jungen Auszubildenden natürlich die eigenen Rechte kennen, Tarifverträge verstehen und auch Funktionsweisen der Wirtschaft, doch auch gesellschaftliche Zusammenhänge rücken in den Fokus – Diskriminierung darf hier also ebenfalls zum Thema werden.

Die ver.di Jugend bietet eine breite Palette von Seminaren an – auch Antidiskriminierungsthemen spielen eine Rolle. Einfach mal reinschauen ins Bildungsprogramm der ver.di Jugend.

Ebenfalls sehr zu empfehlen: das Portal aktiv-gegen-diskriminierung.info – mit einer Fülle an Videos, Links, Artikeln, Aktionsideen, Materialien und unserem speziellen Werkzeugkasten rund um Diskrimierung.