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  • Demo-Transparent - Nazis auf die Pelle rücken
26.04.2013

1. Mai Nazifrei!

Zeichen setzen gegen Naziaufmärsche

Am 1. Mai wollen Nazis in verschiedenen deutschen Städten ihre menschenverachtenden Parolen auf die Straßen tragen. Doch überall regt sich Widerstand. Die ver.di Jugend bietet einen Überblick zu den geplanten Aktionen.

Am Tag der Arbeit wollen Neonazis in mehreren Städten Deutschlands demonstrieren. Sie hetzen in ihren Ankündigungen gegen Menschen mit Migrationshintergrund und fordern den Austritt der BRD aus der europäischen Union. Anstelle einer länderübergreifenden Solidarität proklamieren sie die Rückbesinnung auf den eigenen Nationalstaat und die Wiedereinführung des Nationalsozialismus.

Sturm auf die Gewerkschaftshäuser 1933
Was Nationalsozialismus bedeutet, mussten die deutschen Gewerkschaften am 2. Mai 1933 am eigenen Leib erleben. Im gesamten Reich stürmten Rollkommandos der SA und der SS die Gewerkschaftshäuser und sperrten Verbandsvorsitzende, Funktionärinnen und Funktionäre in Konzentrationslager. Fast alle wurden schwer misshandelt und nicht wenige ermordet. Das Eigentum der Gewerkschaften wurde beschlagnahmt und somit ein Teil der Arbeiterbewegung zerschlagen.

Anschließend wurde während der NS-Herrschaft die Ausbeutung der Bevölkerung massiv verschärft, alle demokratischen und sozialen Rechte wurden abgeschafft. Millionen Menschen, insbesondere aus der Sowjetunion, wurden versklavt und nach Deutschland zur Zwangsarbeit in Industrie und Landwirtschaft verschleppt. Der deutsche Faschismus stürzte die Welt in einen sechs Jahre währenden Krieg, der zwischen 50 und 70 Millionen Opfer forderte. Er löschte das jüdische Leben in Europa mit der Shoa, der industriellen Vernichtung in Konzentrationslagern, fast vollständig aus.

Auf die Straße!
Deswegen ruft die ver.di Jugend Jede_n zur Beteiligung auf: Geht am 1. Mai auf die Straße und setzt ein Zeichen gegen Nazis! Denn es ist der Tag des Widerstands gegen Ausbeutung und Unterdrückung – für uns wie für alle Arbeitende, Erwerbslose, Studierende, Schülerinnen und Schüler. Wie viele andere Menschen weltweit demonstrieren auch wir an diesem Tag. Für Frieden, Gerechtigkeit und internationale Solidarität.

Übersicht und aktueller Stand:

  • Erfurt

In Erfurt mobilisiert ein kleiner Teil der so genannten "Freien Kräfte". Über 20 Kameradschaften sowie der NPD-Landesverband Thüringen haben sich vom rechten Vorbereitungskreis sowie vom Anmelder der Nazidemo öffentlich distanziert. Grund: interne Auseinandersetzungen und Kompetenzgerangel.

Infos zu den Gegenaktivitäten gibt es auf http://keinenmeter.blogsport.eu/.

  • Berlin

Der Bundesverband der NPD mobilisiert neben Frankfurt am Main nach Berlin. Anmelder ist der militante Kameradschaftsaktivist und NPD-Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke. Er war bereits mehrfach an Übergriffen gegen Linke beteiligt, zuletzt am 24. November 2012 in Neukölln und am 11. Januar 2013 in Lingen (Niedersachsen).

Ein breites und spektren-übergreifendes Bündnis ruft unter dem Motto "1. Mai Nazifrei" zu Blockaden auf, Infos dazu unter http://1mai-nazifrei.tk/.

  • Frankfurt am Main

In Frankfurt mobilisieren momentan über 150 Gruppen und Organisationen gegen die zweite NPD-Veranstaltung im Bundesgebiet. Auch hier hat sich ein Blockadebündnis gegründet. Momentan ist die Nazi-Kundgebung noch verboten, allerdings vermuten die Anti-Rechts-Aktivist_innen, dass die NPD einen anderen Kundgebungsort gerichtlich von der Stadt genehmigt bekommt.

Weitere Infos auf http://www.frankfurt-nazifrei.de.

  • Würzburg

Auch in Bayern findet ein Aufmarsch statt. Der militante Kameradschaftsdachverband "Freies Netz Süd" (FNS) plant einen Aufmarsch unter dem Motto "Arm trotz Arbeit – Kapitalismus zerschlagen!" mit Redner_innen aus Hamburg, Berlin und der Schweiz. Auch dieser ist momentan noch verboten.

Infos gibt es unter http://www.aida-archiv.de.

  • Dortmund

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat sich in den letzten Jahren zur Hochburg der so genannten "Autonomen Nationalisten" entwickelt. Diese griffen am 1. Mai 2009 in Dortmund sogar die DGB-Mai-Demonstration an. Trotz des beherzten Eingreifens vieler Gewerkschafter_innen wurden mehrere Personen verletzt.

Nach einem groß angelegten Repressionsschlag gegen die rechten Strukturen versuchen selbige nun eine neue Organisation aufzubauen. Die hierzu neu gegründete Partei "die Rechte" hat für den 1. Mai einen Aufmarsch angekündigt.

Das Blockadebündnis "Dortmund stellt sich quer" ruft zu Blockaden auf und bietet einen aktuellen Überblick: http://dortmundquer.blogsport.de.