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  • Gedenktafeln und Kerzen an der Gedenkstätte für Mehmet Turgut
28.02.2012

Überfall auf Gedenkkundgebung

Neonazis greifen Trauerveranstaltung für ein Opfer der NSU an

Eine Gruppe von rund 30 Neonazis griff am Samstag (25. Februar) in Rostock eine Trauerveranstaltung an. Genau vor acht Jahren hatten hier Mitglieder der rechtsterroristischen Gruppe NSU Mehmet Turgut ermordet. In Gedenken an ihn versammelten sich über 120 Menschen und erinnerten in mehreren Redebeiträgen an das Opfer. Während einer Schweigeminute legten sie an einer provisorischen Gedenktafel Blumen und Kerzen ab.

Kurz nach dem Ende der Veranstaltung griffen vermummte Neonazis um den NPD-Direktkandidaten Michael Fischer die Teilnehmenden der Gedenkkundgebung an. Dabei verletzten sie auch einen Zivilbeamten der Polizei mit einer Eisenstange. Sebastian Weigand, Pressesprecher des Organisationskreises der Veranstaltung äußerte dazu: „Schon Tage vorher gab es Hetze im Netz. Die Nazis haben sich vermummt und teilweise bewaffnet gezeigt. Damit ist klar, dass es sich um ein gezielten und planvollen Angriff gehandelt hat.“ Die Beteiligung führender NPD-Kader werten die VeranstalterInnen mit Besorgnis: „In keinem Bundesland sind die Verbindungen zwischen NPD und Gewalttätern so eng wie in Mecklenburg-Vorpommern. Der Angriff in Rostock-Toitenwinkel zeigt erneut den aggressiv-kämpferischen Charakter der Partei und ihrer Anhänger.“

Während des Landtagswahlkampfes 2011 kam es bereits im selben Stadtteil zu einem Angriff auf linksgerichtete Jugendliche. Damals wollten drei stadtbekannte und mit Pfefferspray bewaffnete Schläger Jagd auf Sympathisanten der Kampagne „Wake up – Stand up“ machen, die dort Flyer gegen den Einzug der NPD ins Schweriner Schloss verteilten.