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  • Demonstrant_innen in Dresden
18.02.2012

Großdemo in Dresden

ver.di Jugend demonstriert am 18. Februar gegen deutschen Opfermythos und staatliche Repression demokratischen Engagements

Das Bündnis “Nazifrei – Dresden stellt sich quer” hat durch das ausdauernde Engagement der letzten Jahre den ehemals größten Naziaufmarsch Europas zu Geschichte gemacht. Am Samstag den 18. Februar demonstrierten 10.000 Menschen gegen jede Art der Geschichtsverfälschung und gegen die anhaltende Repression des friedlichen Widerstandes gegen alte und neue Nazis.

Update:

16:00 Uhr Die Abschlusskundgebung beginnt am Haus der Begegnung, das letztes Jahr von einem Polizei-Einsatzkommando gestürmt wurde.

15:12 Uhr Nach der Zwischenkundgebung geht die Großdemo vom Neustädter Bahnhof weiter. Die Stimmung ist gut und es ist nach wie vor friedlich.

13:27 Uhr Nach der ersten Zwischenkundgebung vor der Dresdner Synagoge läuft die Demo mittlerweile mit gut 10.000 Menschen über die Carolabrücke.

12:00 Uhr Bislang keine Nazis in Dresden gesichtet. Die Großdemo setzt sich am Hauptbahnhof mit rund 6000 Menschen in Bewegung.

Hintergrund:

Im Zuge der Blockadeaktivitäten der letzten drei Jahre laufen immer noch Verfahren gegen Blockadeteilnehmer. Die Vorwürfe reichen von Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, schweren Landfriedensbruch bis hin zur Bildung einer kriminellen Vereinigung. Wegen letzterem leitete die Staatsanwaltschaft Dresden im vergangenen Jahr gegen 40.000 Menschen Ermittlungsverfahren ein. Im Zuge des Verfahrens ermittelte die Behörde mit einer Funkzellenabfrage über eine Millionen Verbindungsdaten.

„Die pauschale Kriminalisierung friedlicher Demonstranten und Blockadeteilnehmer nehmen wir nicht widerspruchslos hin. Wir werden mit der Großdemonstration am Samstag ein deutliches Zeichen gegen einen falschen Opfermythos und den skandalträchtigen Umgang der sächsischen Behörden mit unserem demokratischen Engagement setzen“, so Ringo Bischoff, ver.di Bundesjugendsekretär. Sollten dennoch Nazis versuchen, spontan in Dresden zu marschieren, hat sich das Bündnis weiterhin auf Blockaden eingerichtet.